Erbfall, Beteiligte und Nachlass zunächst vollständig erfassen
Erbstreit entsteht häufig aus unklaren Rollen, fehlenden Informationen, widersprüchlichen Dokumenten oder wirtschaftlichem Druck. Bevor Ansprüche oder Lösungen bewertet werden, sollten Erbfall, mögliche Erben, Verfügungen, Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und bisherige Kommunikation in einer belastbaren Chronologie zusammengeführt werden.
Testamente, Erbverträge, Eröffnungsprotokolle, Schreiben des Nachlassgerichts und Auskunftsverlangen sollten vollständig aufbewahrt werden. Die Plattform führt keine Fristenkontrolle.
Diese Angaben und Unterlagen bereithalten
Übermitteln Sie zunächst nur das, was für Fachgebiet, Region, Dringlichkeit und Konfliktprüfung erforderlich ist. Der unabhängige Partner legt nach Mandatsannahme fest, welche weiteren Unterlagen sicher benötigt werden.
- Sterbedatum und letzter gewöhnlicher Aufenthalt
- Testamente, Erbverträge und Eröffnungsprotokolle
- Liste möglicher Erben und familiärer Beziehungen
- Nachlasswerte, Verbindlichkeiten und Unternehmensbeteiligungen
- Bisherige Auskünfte, Zahlungen und Verfügungen
- Gerichtliche oder anwaltliche Schreiben mit Fristen
1. Beteiligtenrollen sauber trennen
Erbe, Miterbe, Pflichtteilsberechtigter, Vermächtnisnehmer, Testamentsvollstrecker und Bevollmächtigter haben unterschiedliche Rollen. Die erste Übersicht sollte jede Person und ihre behauptete Position nennen.
2. Dokumente chronologisch ordnen
Stellen Sie Verfügungen von Todes wegen, Vollmachten, Verträge, Konto- und Grundbuchangaben sowie gerichtliche Schreiben nach Datum zusammen. Originale sollten unverändert aufbewahrt werden.
3. Nachlass wirtschaftlich erfassen
Immobilien, Konten, Beteiligungen, Forderungen, Versicherungen, digitale Vermögenswerte und Schulden gehören in eine vorläufige Bestandsliste. Unklare Werte werden als offen gekennzeichnet.
4. Auskünfte und Kommunikation dokumentieren
Halten Sie fest, welche Informationen angefordert, erteilt oder verweigert wurden. Trennen Sie Tatsachen von Vermutungen und speichern Sie die bisherige Korrespondenz.
5. Ziel des Beteiligten definieren
Auseinandersetzung, Auskunft, Pflichtteil, Nachlassverwaltung, Vermeidung einer Eskalation oder Sicherung bestimmter Werte verlangen unterschiedliche Strategien. Das Ziel sollte in der Anfrage klar benannt werden.
6. Passenden Partner koordinieren
Die Plattform bewertet weder Erbquote noch Anspruchshöhe. Sie ordnet Thema, Region, Beteiligte und Dringlichkeit ein und sucht – sofern verfügbar – nach einem unabhängigen Partner.
Wichtige Punkte vor der Kontaktaufnahme
Prüft die Plattform mein Testament?
Nein. Eine rechtliche Prüfung erfolgt nur durch einen unabhängigen Partner nach Mandatsannahme.
Soll ich Originale versenden?
Originale sollten grundsätzlich sicher aufbewahrt werden. Welche Form der Übermittlung nötig ist, stimmt der Partner mit Ihnen ab.
Welche Werte gehören zum Nachlass?
Erstellen Sie zunächst eine möglichst vollständige vorläufige Liste von Vermögenswerten und Schulden; die rechtliche Zuordnung folgt im Mandat.
Kann die Plattform den Streit schlichten?
Die Plattform selbst führt keine rechtliche Konfliktlösung durch, kann aber einen geeigneten unabhängigen Kontakt koordinieren.
